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Amokläufer oder Terrorist

Amokläufer oder Terrorist?

Seit wann die Bremsen unserer menschlichen Gesellschaft im Anlauf zur Vorschritt versagt haben, ist etwas was irgendwann die begehrten Sachkundigen aufklären werden.

Ich aber merke, dass unser Leben immer schneller wird und im Moment so eine Geschwindigkeit erreicht hat, dass es kaum mehr von normal durchschnittlichem Menschen einzuhalten ist. Alles sieht wie das Fließband von modern times mit Charlie Chaplin aus.

Das Zauberwort abgeleitet von der Wirtschaft heißt Wachstum. Das heißt, wir Menschen müssen genauso wie Roboter und Maschinen immer schneller werden und immer mehr produzieren.

Besser gesagt unser Leben ist wie ein Marathonlauf ohne Ziellinie geworden. Wir Menschen müssen immer mehr Leistungen erbringen, die so oder so ab einem bestimmten Alter fallende Tendenz bekommen.

Parallel dazu werden wir immer mehr mit Hilfe von unserem Telefon (IMEI & IP-Adresse), unserem Computer (IP-Adresse), Kontonummer (IBAN), Sozialversicherungsnummer … gekennzeichnet, nummeriert und klassifiziert.  Damit mit den coolen Algorithmen bessere Entscheidungen für unsere rosige Zukunft treffen können. Jene Zukunft die fair, sozial, sicher, ehrlich und in voller Harmonie mit der Umwelt und im Sinne der Mutter-Erde ist. Hier ist das goldene und überzeugende Schlagwort: Gott sei Dank und wir müssen froh sein, dass wir nicht da unten, wo es auch immer ist, leben. Wenn ich böse wäre, würde ich sagen: Gemeint ist unter der Erde.

Warum unsere Entscheidungsträger uns Menschen aus Maschinen und Wirtschaft nicht unterscheiden können oder wollen ist und bleibt mir ein Rätsel. Ich vermute aber, es konnte damit zu tun haben, dass die Entscheidungsträger und Wirtschaftsmanager oder ähnliches immer wieder ihre Posten tauschen. Dadurch bekommen sie keine Zeit einzusehen, dass die Menschen keine Werkzeuge und keine Geräte der Wirtschaft sind, die mehr und mehr Leistung, Wachstum und Ertrag bringen müssen bzw. können.

Salopp gesagt: Deshalb werden von Tag zu Tag mehr Institutionen benötigt, die sich bei diesem Marathonlauf ohne Ziellinie, um die atemlosen, zurückgebliebenen oder sogar auch um die Leichen kümmern müssen.

Aber manche von uns Menschen geben nicht so leicht auf und unterwegs drehen durch und tuen etwas anderes oder sogar bewegen sich gegen den Sturm und begehen irgendeinen Blödsinn.

Blödsinn hat mehrere Formen:

– Selbstmord ist für unsere beliebte und alle heiligste gewordene Volkswirtschaft am effizientesten. Weil kaum Kosten der Volkswirtschaft anfallen.

– Sucht woran auch immer, schafft immerhin Arbeitsplätze (Auffang-Institutionen, Ärzte, Arzneimitteln …) und da die süchtigen noch eine Weile werktätig bleiben, alles in allem belebt die Wirtschaft.

– Psychische und depressive Krankheiten schaffen wiederum Arbeitsplätze und beleben die Wirtschaft. Denn diese Gruppe erbringt auch noch einige Zeit kostbare Leistungen. Wie es heut zu tage offensichtlich ist, jetzt gibt es um jede Ecke eine Psychiatrie, Psychologe, Psychotherapeut … und in Folge Sachwalter. Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir um jede Ecke ein Kaufladen.

– Allein bettlägerig oder nur pflegebedürftig zu werden oder zu sein, ist nicht all zu effizientes. Vielleicht in solchen Fällen muss es ernsthaft an Anwendung der Euthanasie nachgedacht werden. Selbstverständlich im Sinne unserer beliebten Volkswirtschaft.

Ein Zwischensatz erlaube ich mir noch: Man möge den Wohlen des Systems bzw. der Gesellschaft als ein Kollektive nie aus dem Auge lassen. Da die Arbeit so oder so gesund macht jedem ist 60 Stundenwoche ein Wunsch. Genauso ein Leben mit monatlich € 150,- selbstverständlich mit eine Portion Konzentration soll mit links zu schaffen sein. Vielleicht auch zu totschuften sein.

– Amoklauf – 1, bitte nicht verwechseln mit Marathonlauf ohne Ziellinie, ist etwas, was nicht all zu leicht und nur mit äußerster Vorsicht zu analysieren. Wenn ein Amoklauf gut organisiert und durchgeführt wird, bringt in der Gesellschaft Mitgefühle und Solidarität und garantiert für einigen Woche die Arbeitsplätze und hohe Auflagen zumindest in der Medienbranche. Unsere Entscheidungsträger können auch einige Wochen lang da und dort als unsere Hoffnungsträger ganz betroffen erscheinen und mit den Worten wie diese Feiglinge, Schmarotzen, wir geben nie auf, wir lassen uns nicht erpressen … uns weiter hin zum Marathonlauf ohne Ziellinie animieren.

– Amoklauf – 2 ist aber sehr einfach zu analysieren. Denn der Täter im Gegensatz zu

Amoklauf – 1 hat dunkle Haut und Harre, meistens spricht gebrochen oder mit Akzent der jeweiligen Landessprache, ist unter 176cm und hat keine blauen Augen. Da werden bei Medien die Kassen schon klingen und unsere Entscheidungsträger zum großen Helden, die nicht mehr uns zum Marathonlauf ohne Ziellinie animieren oder überreden sollen. Sondern es genügt, wenn sie nur mit dem Zeigefinger uns die Richtung zeigen.

Sie können sogar daraus eine Menge Kapital in Form von Themen für künftige Wahlen schlagen. Wie Sicherheit, mehr Polizei, mehr Gefängnisse, schärfere Gesetze, unser Vaterland schützen, Heimat zuerst, Heimattreu …, wenn es sein muss auch in Form der zack zack zack.

Ach quatsch, eigentlich wollte ich nur fragen: Warum bei einem Amoklauf mal der Täter Amokläufer und mal Terrorist genannt wird?

 

Mehrdad Haghighat

im Sommer 2019

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